Phakic Intraokularlinsen (IOL)

Phake Linsen (Phakic lOLs) wie die Artisan- oder Verisyse-Linse werden unter Erhalt der körpereigenen Linse implantiert.

Die körpereigene Linse bleibt also erhalten und damit auch die Fähigkeit zur Naheinstellung (Akkomodation).

Im Gegensatz zu laserchirurgischen Eingriffen wird die Hornhaut bei dieser Behandlung nicht verändert. Patienten mit sehr starker Kurz- oder Weitsichtigkeit erhalten so die Chance, auf Brille oder Kontaktlinsen verzichten zu können, sofern noch keine Alterssichtigkeit (Presbyoptie) vorliegt. In solchen Fällen kann ein Ersatz der eigenen Linse wieder für eine dauerhaft klare Sicht sorgen.

Je nach Art der Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung) stehen unterschiedliche phake Linsentypen zur Verfügung. Die Auswahl des individuell geeigneten Linsentyps wird im Rahmen einer ausführlichen Diagnostik ermittelt. Artisan- bzw. Verisyse-Linsen gibt es in zwei Ausführungen. Sphärische Linsen sind für Augen geeignet, die keine oder nur sehr geringe Hornhautverkrümmung aufweisen. Mit dem torischen Modell hingegen kann gleichzeitig auch eine stärkere Hornhautverkrümmung ausgeglichen werden.

Phakic Intraokularlinsen wie Artisan bzw. Verisyse sind Kunstlinsen aus PMMA (spezielles Plexiglas), einem Material, das ausgezeichnet verträglich ist. Die Linse wird zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut in die sog. Vorderkammer des Auges eingesetzt, ist also eine sog. Vorderkammerlinse. Sie ist vergleichbar mit einer Kontaktlinse, die jedoch nicht auf das Auge gesetzt wird, sondern in das Auge hinein implantiert wird. Dort verbleibt sie auf Dauer, so dass eine klare Sicht ohne Brille oder Kontaktlinsen jederzeit möglich ist.


Die Artisan-Linse wurde weltweit bereits über 300.000 Mal bei Patienten eingesetzt. Sie zeichnet sich durch eine gute Vorhersagbarkeit der Ergebnisse und eine gute optische Qualität aus. Da die Hornhautoberfläche nicht verändert wird, also kein Gewebe entfernt wird, ist der Eingriff reversibel, d.h. er kann wenn nötig rückgängig gemacht werden.



Für wen sind Phakic Intraokularlinsen geeignet?

Folgende Faktoren müssen gegeben sein, damit eine mögliche Indikation für Phakic IOLs gegeben ist. Wenn Sie die Voraussetzungen grundsätzlich erfüllen, kann durch eine exakte Voruntersuchung ermittelt werden, ob Ihre Augen für die Implantation einer Intraokularlinse geeignet sind.

  • Der Sehfehler (mit oder ohne Hornhautverkürmmung) liegt zwischen -3 und -23,4 dpt. bzw. zwischen +1 und +12 dpt.
  • Sie sind zwischen 18 und 60 Jahre alt.
  • Ihr Gesundheitszustand ist gut.
  • Es liegen keine anderen Augenerkrankungen (Makuladegeneration o.a.) vor.
  • Ihre Sehstärke ist seit mindestens einem Jahr unverändert.
  • Sie sind nicht schwanger und stillen nicht.


Operationsverfahren

Bei einer eingehenden Voruntersuchung und genauen Diagnostik wird zunächst bestimmt, welcher Linsentyp in welcher Stärke im jeweiligen Fall geeignet ist. Am Operationstag wird das Auge mit Augentropfen betäubt, so dass der Eingriff schmerzfrei ist. Über eine kleine Öffnung am Rande der Hornhaut wird die individuell berechnete Linse in die Vorderkammer des Auges vor die Pupille geschoben.

Anschließend wird sie mit winzigen Bügelchen an vorher markierten Punkten der Regenbogenhaut des Auges verankert. Sie schwebt so in der vorderen Augenkammer, ohne die körpereigene Linse oder die empfindliche Hornhautinnenseite zu berühren.

Der Eingriff dauert in der Regel nicht länger als 20 Minuten. Das Auge wird bis zum nächsten Tag mit einer Augenklappe abgedeckt. An diesem Tag erfolgt auch die erste Nachuntersuchung.

Sollen beide Augen korrigiert werden, erfolgt die Operation des Partnerauges normalerweise ein bis zwei Wochen später.